Nahwärmenetz Sinzig

 Seit einigen Jahren besteht in Sinzig die Idee ein Nahwärmenetz für den Bereich Schulzentrum zu etablieren. Hintergrund ist eine sichere und möglichst klimaneutrale Versorgung für Bürger und kommunale Gebäude zu ermöglichen. In diesem Rahmen werden verschiedene Lösungsansätze für ein Nahwärmenetz überprüft. Auch die kommunale Wärmeplanung, welche für Sinzig in 2024 begonnen und 2025 abgeschlossen wurde, gibt weitere Aufschlüsse für potenzielle Wärmenetzgebiete.


Kaltes Nahwärmenetz

Zunächst wurde geprüft, ob es im Bereich des Schulzentrums eine Möglichkeit für ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdwärme oder Abwasserwärme (Hauptabwassersammler an der Friedrich-Spee Straße) besteht. 

Für Erdwärme zeigte die Prüfung im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, dass im Umkreis des Schulzentrums keine geeigneten Flächen hinsichtlich der benötigten Größe und der Genehmigungsfähigkeit der Bohrung von Erdwärmesonden verfügbar sind. 

Bei der Nutzung der Abwasserwärme wären Wärmepumpen an den einzelnen Gebäuden und eine gedämmte Außenhülle der Gebäude notwendig, da ein kaltes Nahwärmenetz mit niedrigen Temperaturen in den Leitungen arbeitet (etwa 5 bis 25 Grad Celsius).
Im Nachgang zur Machbarkeitsstudie hat die GEWI GmbH das Projekt übergeben bekommen, zur weiteren Verifizierung der Grundlagen und ggf. Vorbereitung zur Ausschreibung und Umsetzung.
Die fortgeschrittene Prüfung der Abwasserwärme am Hauptsammler Friedrich-Spee-Straße hat jedoch ergeben, dass die Kombination aus der vorhandenen Durchflussmenge und der Temperatur des Abwassers an diesem Sammler nicht ausreichend ist, um ein kaltes Nahwärmenetz umzusetzen.

Warmes Nahwärmenetz

Parallel zur vorab genannten Verifizierung der Daten, wurde der Stadt Sinzig ein grobes Vorkonzept für ein mögliches warmes Nahwärmenetz vorgelegt. Dieses Angebot erfolgt von einem externen Unternehmen. Technischer Kern des angedachten warmen Nahwärmenetzes wären zwei große Wärmepumpen, welche an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sein würden, zwei bis drei Wärmepufferspeicher sowie ein Gaskesselspeicher, welcher die Spitzenlasten für Januar und Februar abdecken würde. Insgesamt würde der Anteil des Gases in dem Netz geschätzt sieben Prozent ausmachen. Eine mögliche Trassierung sieht aktuell drei Ausbaustufen vor, welche von der Kernstadt Sinzig bis nach Koisdorf reichen könnte. Die Trassierung deckt sich mit den Ergebnissen aus der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Sinzig. Es wären sowohl der Anschluss von kommunalen wie auch von privaten Gebäuden vorgesehen. Mit dem warmen Nahwärmenetz könnten sowohl gedämmte bzw. energetisch sanierte als auch nicht gedämmte Gebäude angeschlossen werden, da die Vorlauftemperatur in den Leitungen circa 70 bis 100 Grad Celsius beträgt.

Die Idee für dieses warme Nahwärmenetz ist noch im Stadium einer Vorplanung und muss erst noch hinreichend geprüft und verifiziert werden. 

Dieses Vorkonzept wurde im September 2025 im Haupt- und Umweltausschuss vorgestellt. Prüfungen zum Konzept und von weiteren Interessenten laufen nun intern seitens Stadt Sinzig. Die Entscheidungsfindung zur weiteren Vorgehensweise wird voraussichtlich in den kommenden Ausschüssen angeregt. 
Die Aufgabenstellung der GEWI GmbH ist vorerst abgeschlossen. 


(Stand Oktober 2025)

Finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Kommission wider.